Rahmenbedingungen

Die DIN SPEC 91289 beschreibt Vorgehensmodelle für das Benchmarking von Outsourcing-Dienstleistern und –Dienstleistungen. Hierbei wird der gesamte Lebenszyklus eines Outsourcing-Vorhabens abgedeckt.  Bei der Interpretation der DIN SPEC sollte von folgenden Rahmenbedingungen ausgegangen werden:

 

  • Benchmarking-Szenarien: Durch die DIN SPEC werden vier verschiedene Szenarien abgedeckt. Diese spiegeln die Situationen wieder, in denen ein Benchmarking während eines Outsourcing-Projektes sinnvoll ist. Für die Anwendung der DIN SPEC sollte zunächst identifiziert werden, in welcher Phase sich ein Outsourcing-Projekt befindet und darauf aufbauend das jeweilige, in der DIN SPEC beschriebene, Vorgehensmodell angewendet werden.

 

  • KMU-orientiert: Diese DIN SPEC soll vor allem Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) die Möglichkeit geben, als Outsourcing-Geber Benchmarkings im Zuge eines Outsourcing-Vorhaben nach einem Standardvorgehen durchführen zu können.

 

  • Sicht des Outsourcing-Gebers: Die DIN SPEC ist überwiegend aus Sicht des Outsourcing-Gebers verfasst worden.

 

  • Abstrahierende Betrachtung: Die DIN SPEC betrachtet abstrahierend Outsourcing-Gegenstände. Daher wird nicht zwischen dem Outsourcing von Informationstechnologie und dem Outsourcing von Geschäftsprozessen unterschieden. Letztendlich bezieht der Outsourcing-Geber unabhängig vom Outsourcing-Gegenstand Dienstleistungen vom Outsourcing-Nehmer.

 

  • Generische Anwendbarkeit: Es wird nicht auf Spezifika besonderer Outsourcing-Gegenstände eingegangen, damit das geschilderte Vorgehen hinreichende Allgemeingültigkeit behält.

 

  • Typisches Outsourcing-Szenario: Das beschriebene Vorgehensmodell fokussiert auf den typischen Fall, dass ein Unternehmen bisher intern erbrachte Prozesse, Dienstleistungen und Organisationseinheiten etc. zukünftig einem externen Service-Provider übergeben möchte.  Spezifika von Fällen, die von diesem Szenario abweichen (z.B. die Errichtung eines Shared Service Center oder Insourcing) werden nicht notwendigerweise beschrieben. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber nicht, dass die hier beschriebenen Vorgehensweisen für abweichende Szenarien ungeeignet sind.

 

  • Idealisierter Ablauf: Das beschriebene Vorgehensmodell darf in seiner Anwendung nicht streng sequentiell verstanden werden. In der betriebswirtschaftlichen Praxis kann sich die Reihenfolge der Bearbeitung der Phasen verschieben oder Phasen können sich parallel in Bearbeitung befinden. Die dargestellte Anordnung der Phasen ist insofern lediglich eine wahrscheinliche, nicht aber zwingende Abfolge.

 

  • Spezifischer Projektkontext: Die Relevanz einzelner Schritte im Phasenmodell hängt vom individuellen Projektkontext ab. In besonderen Fällen können einzelne Schritte gänzlich irrelevant sein. Bei Anwendung dieser DIN SPEC sollte eine Nichtbeachtung einzelner Schritte oder Spezifikationsdokumente jedoch auf dokumentierten validen Gründen beruhen.